Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
-0049 Geiselstellung an die Pompeianer durch spanische Stämme
Name
-0049 Geiselstellung an die Pompeianer durch spanische Stämme
Vorausgegangener Konflikt
Bürgerkrieg zwischen Gaius Iulius Caesar und Gnaeus Pompeius Magnus
Datum/Zeitangabe
-49
Inhalt/Kommentar
Die Pompeianer hatten offensichtlich Bündnisse mit spanischen Stämmen gesucht und hielten einige Häuptlinge (principes) als Geiseln in ihrem Lager, bis sie sich schließlich Caesar anboten. Der Ausdruck 'obsidum loco' taucht in dem Commentarii Caesars zum gallischen Krieg mehrfach auf und scheint dort den Umstand zu bezeichnen, dass die Häuptlinge keine anderen Personen als Geiseln stellten, sondern im Prinzip selber für ihre Treue einstanden. Sie wurden offenbar genauso wie sonstige Geiseln behandelt und bewegten sich frei. In den vergleichbaren Fällen von 'obsidum loco' (Caes. B.G. 5.5.4-7.9) scheint ein Form von Bündnis vorgelegen zu haben, da sich einige "principes" mit ihrer Reiterei im Lager Caesars befinden und mit ihm nach Britannien gehen.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Caes. B. C. 1.74. 1-5.
Quellentext
[1] Quorum discessu liberam nacti milites conloquiorum facultatem volgo procedunt, et quem quisque in castris notum aut municipem habebat, conquirit atque evocat. [2] primum agunt gratias omnes omnibus, quod sibi perterritis pridie pepercissent; eorum se beneficio vivere. deinde imperatoris fidem quaerunt, rectene se illi sint commissuri, et quod non ab initio fecerint armaque quod cum hominibus necessariis et consanguineis contulerint queruntur. [3] his provocati sermonibus fidem ab imperatore de Petrei atque Afrani vita petunt, ne quod in se scelus concepisse neu suos prodidisse videantur. quibus confirmatis rebus se statim signa translaturos confirmat legatosque de pace primorum ordinum centuriones ad Caesarem mittunt. [4] interim alii suos in castra invitandi causa adducunt, alii ab suis abducuntur, adeout una castra iam facta ex binis viderentur; compluresque tribuni militum centuriones ad Caesarem veniunt seque ei commendant. [5] Idem hoc fit a princibus Hispaniae, quos illi evocaverant et secum in castris habebant obsidum loco.
Übersetzungen
Ihre Entfernung gab den Soldaten Möglichkeit zu freiem Gespräch; sie kamen scharenweise heraus, und jeder suchte und rief nach bekannten oder Landsleuten im Lager. Zuerst dankten alle allen, dass man sie am Vortag in ihrer Bestürzung geschont hatte; nur durch ihre Gnade lebten sie noch. Dann fragten sie, ob dem Feldherrn zu trauen sei und man sich ihm gefahrlos ergeben könne, beklagten auch, dass sie das nicht schon gleich getan, sondern sich mit Freunden und Verwandten herumgeschlagen hätten. Durch solche Gespräche ermutigt, erbaten sie vom Feldherrn eine Zusicherung für das Leben des Petreius und Afranius, um nicht als Verbrecher oder Verräter der eigenen Leute dazustehen. Nach dieser Zusage wollten sie bestimmt mit ihren Feldzeichen übergehen; zum Abschluss des Friedens schickten sie die ranghöchsten Centurionen zu Caesar. Inzwischen führten die einen ihre Freude ins Lager und bewirteten sie; andere wurden von ihren Bekannten mitgenommen, so dass aus zwei Lagern bereits eines geworden schien; mehrere Kriegstribunen und Centurionen fanden sich bei Caesar ein und boten ihre Dienste an. Dasselbe taten die spanischen Häuptlinge, die man ins Lager beschieden hatte und dort als Geiseln festhielt.
Literatur (Auswahl)
Walker, Hostages, Case-Nr. 231.
Moscovich, The Role of Hostages, S. 196f.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Spanische Häuptlinge
Rolle
Vertragspartner
 
#2
Name, Titel/Rang
Lucius Afranius, Legat
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Pompeianer
 
#3
Name, Titel/Rang
Marcus Petreius, Legat
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Pompeianer
Religiöse Konstellation
außerchristlich
Art der Übereinkunft
Bündnis
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
Nein
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Name, Titel
spanische Häuptlinge
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Aufenthaltsort der Geiseln
Militärlager
Schicksal der Geiseln
Terminus