Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
-0051 Geiselstellung an Rom durch den Atrebatenkönig Commius
Name
-0051 Geiselstellung an Rom durch den Atrebatenkönig Commius
Vorausgegangener Konflikt
Gallischer Krieg
Datum/Zeitangabe
-51
Inhalt/Kommentar
Commius war eigentlich ein enger Verbündeter Caesars und wurde von ihm u.a. auf eine Mission nach Britannien geschickt (Caes. B.G. 4.21.8), wo er vorübergehend gefangen genommen worden war (4.27.2). Mit seiner Reiterei unterstütze er Caesar in Britannien (4.35.1). Ihm waren die unterworfenen Moriner unterstellt worden (7.76.1) und die Überwachung der Menapier überlassen worden (6.6.3). Ob und warum Commius tatsächlich andere Stämme gegen die Römer aufwiegelte, ist unklar. Jedenfalls versuchte der Legat Titus Labienus ihn beseitigen zu lassen (8.23.1-6). Daraufhin begann Commius mit einer als in den Commentarii als Räuberbande dargestellten Reitergruppe Angriffe auf römische Truppen durchzuführen. Die Bezeichnung der Gruppe als 'latrones' könnte gewählt worden sein, um einzugestehen, dass der Stamm der Atrebaten nicht vollständig unterworfen war. Stattdessen könnte in Analogie zum Sotiaten-Anführer Adiatuanus (3.22.1.-23.1.) in den Reitern die engste persönliche Gefolgschaft des Commius gesehen werden, sog. 'soldurii'. Diese würde das Auftreten einer Geiselstellung besser erklären, denn aus römischer Sicht waren mit Räubern und Piraten keine bindenden Absprachen möglich (Cic. de off. 3.107).
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Caes. B.G. 8. 48. 8-9.
Quellentext
[8] Commius autem sive expiato suo dolore sive magna parte amissa suorum legatos ad Antonium mittit seque et ibi futurum, ubi praescripserit, et ea facturum, quae imperarit, obsidibus datis firmat; unum illud orat, ut timori suo concedatur, ne in conspectum veniat cuiusquam Romani. [9] cuius postulationem Antonius cum iudicaret ab iusto nasci timore, veniam petenti dedit, obsides accepit.
Übersetzungen
Commius aber schickte, sei es, dass sein Zorn besänftigt war oder, weil er einen großen Teil seiner Leute verloren hatte, Unterhändler zu Antonius und versicherte, er werde an einem von ihm vorgeschriebenen Ort ihm zur Verfügung stehen und sich nach Stellung von Geiseln seinen Befehlen fügen. Nur um eins bat er: man möge seiner Furcht Rechnung tragen und ihn nicht in das Blickfeld eines Römers kommen lassen. Da Antonius der Meinung war, seine Forderung entspringe begründeter Furcht, gab er dem Bittenden Pardon und nahm seine Geiseln entgegen.
Quellenart
Historia
Literatur (Auswahl)
Walker, Hostages, S. 240, Case-Nr. 229.
Dobesch 1980, S. 419f.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Marcus Antonius, Legat unter Gaius Iulius Caesar
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Rom
 
#2
Name, Titel/Rang
Commius, Anführer der Atrebaten
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Atrebaten
Religiöse Konstellation
außerchristlich
Art der Übereinkunft
Unterwerfung
Weitere Sicherheitsinstrumente
Verweise auf andere Fälle
Nr. 144 Geiselstellung an den Legaten Publius Licinius Crassus durch die Sotiaten
Befristung
Nein
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Schicksal der Geiseln
Terminus