Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

639 Dokumente in 'Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit'
Name
 
-0051 Geiselstellung an den Legaten Gaius Fabius durch die Carnuten
Name
-0051 Geiselstellung an den Legaten Gaius Fabius durch die Carnuten
Vorausgegangener Konflikt
Gallischer Krieg
Datum/Zeitangabe
-51
Inhalt/Kommentar
Caesar hatte die Carnuten zunächst durch Einsetzung eines ihm freundlich gesinnten Königs zu kontrollieren gedacht, der jedoch von seinen Untertanen beseitigt worden war (B.G. 5.25.1-3). Gemeinsam mit anderen Stämmen planten sie eine Erhebung, doch durch das schnelle Anrücken Caesars gaben sie auf und stellten Geiseln (B.G. 6.4.2-5). Nachdem sie den Aufstand des Vercingetorix trotz Geiseln mit begonnen hatten (B.G. 7.5.2), ging Caesar mit aller Gewalt gegen sie vor und ihr Gebiet wurde regelmäßig geplündert (B.G. 8.5.1-4). Schließlich wurde der Legat Gaius Fabius entsandt, um erneut Geiseln entgegen zu nehmen. Üblicherweise wird von einem Volk, das bereits einmal Geiseln gestellt und dennoch wieder rebelliert hatte, nicht noch einmal diese als nachsichtig geltenden Maßnahme ergriffen. Doch die Carnuten waren bereits enorm geschwächt und stellten wohl ohnehin keine Gefahr mehr dar.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Caes. B. G. 8.31.1-4.
Quellentext
[4] Gaius Fabius cum reliquo exercitu in Carnutes ceterasque proficiscitur civitates, quarum eo proelio, quod cum Dumnaco fecerat, copias esse accisas sciebat. non enim dubitabat, quin recenti calamitate submissiores essent futurae, dato vero spatio ac tempore eodem instigante Dumnaco possent concitari. qua in re summa felicitas celeritasque in recipiendis civitatibus Fabium consequitur. nam Carnutes, qui saepe vexati numquam pacis fecerant mentionem, datis obsidibus veniunt in deditionem, ceteraeque civitates positae in ultimis Galliae finibus Oceanoque coniunctae, quae Armoricae appellantur, auctoritate adductae Carnutum adventu Fabii legionumque imperata sine more faciunt
Übersetzungen
Gaius Fabius rückte mit dem übrigen Heer in das Land der Carnuten und der Stämme, die, wie er wusste, dem Dumnacus Truppen zum Kampf gestellt hatten. Er zweifelte nämlich nicht, dass sie auf Grund der letzten Niederlage zur Unterwerfung geneigter sein würden, aber, wenn erst einmal die Römer fort seien und eine geraume Zeit verstrichen sei, sich erneut von Dumnacus aufwiegeln lassen könnten. Hierbei hatte Fabius das Glück, diese Stämme schnell zu unterwerfen. Denn die Carnuten, die zwar häufig heimgesucht worden waren, aber niemals an Frieden gedacht hatten, stellten jetzt Geiseln und unterwarfen sich. Auch die übrigen Stämme an den äußersten Grenzen Galliens und am Ozean - sie heißen zusammengefasst Armoriker - unterwarfen sich bei seinem Eintreffen unverzüglich dem Fabius und seinen Legionen.
Literatur (Auswahl)
Walker, Hostages, S. 240, Case-Nr. 228.
Moscovich, The Role of Hostages, S. 194-196.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Legat Gaius Fabius
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Rom
 
#2
Name, Titel/Rang
Carnuten
Rolle
Vertragspartner
Religiöse Konstellation
(Keine Auswahl)
Art der Übereinkunft
Unterwerfung
Geltungsbereich
Gebiet der Carnuten
Weitere Sicherheitsinstrumente
Verweise auf andere Fälle
Nr. 131 Geiselstellung an Prokonsul Gaius Iulius Caesar durch die Carnuten Nr. 701 Geiselstellung an den Legaten Gaius Fabius durch die Armoriker
Befristung
Nein
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
nein
Schicksal der Geiseln
Terminus
Semantisches Feld 'Sicherheit'
pacem
Terminus 'Übereinkunft'
deditionem