Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
1279 Geiselstellung an Ottokar II. von Böhmen durch die Stadt Ödenburg
Name
1279 Geiselstellung an Ottokar II. von Böhmen durch die Stadt Ödenburg
Datum/Zeitangabe
1279
Inhalt/Kommentar
König Ladislaus von Ungarn nähert sich mit einem heere von Ungarn und Cumanen der österreichischen grenze. Die stadt Oedenburg öffnet ihm, obwol söhne ihrer bürger sich in der gewalt könig Ottokars als geiseln befinden, ihre thore (nach der Erfurter St. Peterschronik 114 ist der Cumanenfürst Alprand sogar ins lager Rudolfs vor Wien gekommen) Contin. Vindob. 708; die ergebung Oedenburgs erhellt aus urkunden k. Ladislaus von 1277 und 1279, worin er die stadt rühmt und belohnt, Fejér CD. Hungar. 5b , 376, 398, 562. - Seit juni 1276 hatte Joachim der alte feind Böhmens in Ungarn wieder das regiment in die hand bekommen, bemühungen Karls v. Anjou um Ottokar und Ladislaus neuerdings sich näher zu bringen (vgl. seine schreiben vom 22. apr. und 24. sept. 1276, Fejér 5b , 311, 322, dazu Scheffer-Boichorst in Mitth. des Instituts 10, 86 und besonders Pauler 2, 417, 421 f.) waren vergeblich. Rudolf selbst hat nachdrücklich die bundesgenossenschaft Ungarns in anspruch genommen, forderte Ladislaus zum angriff gegen Ottokar auf, so dass dieser wie zwischen hammer und ambos geraten würde, und schrieb ihm noch von Nürnberg aus, er möge den getreuen in Steier und Oesterreich zu hilfe kommen. Dies ergeben zwei schreiben Rudolfs, die man allgemein zu 1278 setzte, die aber wie ich mich bei letzter durchsicht des stoffes überzeugte, sicher in den sommer 1276 gehören: Stobbe 351 n. 191 (Grandem cordi - continetur) und Stobbe 345 u. 162 (Cum inter reges - expeditum).
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Letter of Rudolf, emp. to Ladislas, k. Hungary (PL 98:794)
Emler reg. Bohem vol. 2, no. 1159 (p. 497-98) (from Gerbert, Cod. Epist. Rud. 164)
Quellentext
'[ Hinc suos obsides ei restitutum iri commutatione nobilium Bohemorum existentium apud Hungaros.]....Rudolfus, Rom. Rex, regi Hungariae de statu Bohemaiae et Moraviae.--- Sane viri religiosi, viri utique vestri honoris fervidi zealtores de processu nostro in regno Bohemiae habito clare vos instruent, in quorum presentia venerabilis Olomucensis episcopus, et quidam barones Moravaie, nobis et Romano imperio fidelitatis homagia praestiterunt. Quamvis autem facile nobis esset tam regnum quam pueros extremae subicere vastitati, multis tamen salburius et Deo gratius videbatur, ut ad vestrum et nostrum propositum consequendum, sine tot hominum et maxime puerorum perpetuo exterminio veniremus. Nec dubitet regia celsitudo, quod sive fiat, sive deficiat vobis dicta assignatio puerorum, vestrum in hac parte negotium fideli constantia sicut nostrum proprium prosequemur; et quia quidam Bohemi nobiles a vestris baronibus detinentur per quos posset rerum vestrarum restitutio de facili promoveri, serenitati vestrae consulimus et ex animo supplicamus, quatenus pro liberation quatuor personarum dignemini laborare; quarum absolutio vestrae et nostrae ut diximus voluntate, salva erit utrinque et honoranda....;
Quellenart
Brief
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Ottokar II., König von Böhmen (1253-1278)
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Böhmen
Dynastie
Přemysliden
Religiöse Konstellation
innerchristlich
Art der Übereinkunft
(Keine Auswahl)
Ort der Geiselstellung
Ödenburg (Westungarn)
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
(Keine Auswahl)
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Schicksal der Geiseln
Terminus