Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
1142 vermeintliche Geiselstellung an Konrad III. durch westliche Könige
Name
1142 vermeintliche Geiselstellung an Konrad III. durch westliche Könige
Vorausgegangener Konflikt
Ideologisches Zweikaiserproblem
Datum/Zeitangabe
12. Februar 1142
Inhalt/Kommentar
Im Zuge der Verhandlungen über ein Freundschafts- und Heiratsbündnis rühmt sich der röm.-dt. König Konrad III. (1127/38-1152) in einem Brief an den byzantinischen Kaiser Johannes II. Komnenos (1118-1143) damit, dass die großen westlichen Reiche tagtägliche Gesandtschaften an seinen Hof schicken und sich durch Geiseln und Eide verpflichten würden, seine Befehle auszuführen. Dies darf nicht wortwörtlich verstanden werden; eine solche Geiselstellung hat niemals stattgefunden. Viel eher muss in den Worten Konrads ein propagandistischer Versuch gesehen werden, seine Stellung bzw. seine maiestas gegenüber dem in Konstantinopel residierenden ideologischen Konkurrenten um die rechtmäßige Nachfolge der römischen Imperatoren zu steigern. Entsprechend bezeichnet sich Konrad, der in Wahrheit nie die Kaiserkrone empfangen hat, in diesem Brief selbst als Imperator Romanorum.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Die Urkunden der deutschen Könige und Kaiser, Bd. 9: Die Urkunden Konrads III. und seines Sohnes Heinrich, bearb. von Friedrich Hausmann (= MGH DD K. III), Wien/Köln/Graz 1969, Nr. 69, S. 121—123, hier: S. 123. Auch: Otto von Freising, Gesta Friderici 1.25, MGH SS rer. Germ. 46, S. 37-40, hier: S. 38 f.
Quellentext
Ad haec Francia, Hyspania, Anglia, Dania caeteraque regna imperio nostro adiacentia cottidiana legatione sua cum debita reverentia et obsequio nos frequentant, ad ea quae imperii nostri mandata sunt se prompta esse tam obsidibus quam sacramentis affirmantes.
Quellenart
Brief
Literatur (Auswahl)
Werner Ohnsorge, „Kaiser“ Konrad III. Zur Geschichte des staufischen Staatsgedankens, in: ders., Abendland und Byzanz, Darmstadt 1963, S. 364-386 (zuerst: MIÖG 46 (1932), S. 343-360); Ralph-Johannes Lilie, Das "Zweikaiserproblem" und sein Einfluss auf die Außenpolitik der Komnenen, in: Byzantinische Forschungen 9 (1985), S. 219-244, hier: S. 226-236; Hanna Vollrath, Konrad III. und Byzanz, in: Archiv für Kulturgeschichte 59 (1977), S. 321-365.
Akteur
 
#1
Rolle
(Keine Auswahl)
Religiöse Konstellation
(Keine Auswahl)
Art der Übereinkunft
(Keine Auswahl)
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
(Keine Auswahl)
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
nein
Schicksal der Geiseln
Terminus