Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
0856 Geiselstellung an Ludwig den Deutschen durch die Dalemizi
Name
0856 Geiselstellung an Ludwig den Deutschen durch die Dalemizi
Vorausgegangener Konflikt
Grenzkämpfe entlang der Elbe
Datum/Zeitangabe
856
Inhalt/Kommentar
Die Daleminzier, ein in der Nähe des heutigen Meißen siedelnder nordwestslawischer Stamm, geriet erstmals 805 mit den Franken in Konflikt. Thietmar von Merseburg berichtet in seiner Chronik, dass deren König Semela im Rahmen eines Feldzuges gegen die Böhmen zum Kampf gestellt und besiegt wurde. Als Folge seiner Niederlage erkannte er die fränkische Oberherrschaft an und sicherte den Frieden durch die Stellung von Geiseln.
Im vorliegenden Fall zog Ludwig II. wieder gegen die Böhmen, wobei er durch die Herzöge der Sorben unterstützt wurde. Wieder zog die Streitmacht durch das Stammesgebiet der Daleminzier, die erneut Widerstand leisteten. In der Schlacht besiegt verpflichteten sich die Nordwestslawen Geiseln zu stellen und Tribut zu zahlen.
Im Zuge der Normanneneinfälle 880 erhoben sich die Daleminzier zusammen mit den Sorben und zogen brandschatzend die Saale entlang. Nachdem sie sich mit den Ungarn verbündeten hatten, ging Heinrich I. gegen sie vor, eroberte 908 ihre Stammburg Gana und gliederte ihren Siedlungsraum in die Markgrafschaft Meißen ein.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte. Dritter Teil: Jahrbücher von Fulda; Reginos Chronik; Notkers Taten Karls. Neu bearb. von Reinhold Rau (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 7). 4., gegenüber der 3. um einen Nachtrag erw. Aufl. Darmstadt 2002, S. 48.
Quellentext
Mense vero Augusto Hludowicus rex collecto exercitu per Sorabos iter faciens ducibusque eorum sibi coniunctis Dalmatas proelio superat acceptisque obsidibus tributarios fecit.
Übersetzungen
Im August zog König Ludwig mit gesammelter Heeresmacht durch das Land der Sorben, deren Herzöge zu ihm stießen, und überwand in einer Schlacht die Daleminzier, die ihm Geiseln stellen und Tribut zahlen mußten.
(Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte. Dritter Teil: Jahrbücher von Fulda; Reginos Chronik; Notkers Taten Karls. Neu bearb. von Reinhold Rau (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 7). 4., gegenüber der 3. um einen Nachtrag erw. Aufl. Darmstadt 2002, S. 49)
Quellenart
Annalen
Literatur (Auswahl)
Die Slawen in Deutschland : Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neiße vom 6. bis 12. Jahrhundert ; ein Handbuch, hrsg. von Joachim Herrmann. 3., unveränderte Auflage. Berlin 1974.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Ludwig der Deutsche
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Franke
Dynastie
Karolinger
 
#2
Name, Titel/Rang
Daleminzier
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Nordwestslawen
Religiöse Konstellation
Nichtchristen-an-Christen
Art der Übereinkunft
Unterwerfung
Geltungsbereich
Siedlungsraum der Daleminzier
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
keine Angaben
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Schicksal der Geiseln
Terminus