Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
1027 Geiselstellung an Fulko III., Graf von Anjou, durch Herbert, Graf von Maine
Name
1027 Geiselstellung an Fulko III., Graf von Anjou, durch Herbert, Graf von Maine
Vorausgegangener Konflikt
Fehde zwischen den Grafen von Anjou und Maine
Datum/Zeitangabe
1027
Inhalt/Kommentar
Fulko III. von Anjou befand sich während seiner gesamten Regentschaft in permanenten Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn aus der Bretagne, dem Poitou oder Aquitanien, vor allem aber den Grafen von Blois. Noch unter seinem Vater Gottfried I., gen. "Graujacke", hatten die beiden Häuser König Lothar gegen den Normannen Richard I. Langschwert unterstützt. Doch nach dem Tod Graf Theobalds von Blois im Jahre 975 betrieb dessen Nachfolger Odo I. eine Expansionspolitik zu Lasten der Grafen von Anjou, was die Grafschaften Nantes und Rennes betraf. Nach dem Tod Graf Gottfrieds im Jahre 987 versuchte Odo von Blois den Westen von Fulkos Herrschaftsbereich zu erobern, während gleichzeitig Conan der Krumme, Graf von Nates im Osten gegen ihn vorging. Sich zunächst gegen letzteren wendend, siegte Fulko III. 992 in der zweiten Schlacht von Conquereuil, wobei Conan getötet wurde und die Grafschaft Nantes wieder an die Anjou fiel.
Im Anschluss daran sicherte Graf Fulko die gewonnenen Gebiete u.a. durch den Bau von ca. 100 Burgen.
Unter Odos Sohn und Nachfolger gleichen Namens setzten sich die Feindseligkeiten in noch intensivere Form fort. Mit Hilfe Herberts I. von Maine gelang es Graf Fulko 1016 Odo II. in der Schlacht von Pontlevoy zu besiegen, wobei er befohlen haben soll, alle Gefangenen zu töten. Nach diesem Sieg verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Fulko und Herbert von Maine durch die Ausweitung anjouscher Machtansprüche auf Maine. Zur Sicherung ihres Bündnisses ließ sich Graf Fulko Geiseln stellen, was den Grafen von Maine allerdings nicht von einem Wechsel auf die Seite Odos II. abhielt. Um das Jahr 1025 flammten die Kämpfe wieder auf und Odo belagerte u.a. erfolglos Saumur. Seinem Schwiegersohn, Alain III. von der Bretagne (†1040), gelang es dagegen die Burg Le Lude zu erobern und die dort befindlichen Geiseln, die der Graf von Maine an Fulko III. gestellt hatte, zu befreien.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Recueil Annales Angevines et Vendomoises publie par Louis Halphen. Paris 1905, p. 61.
Quellentext
MXXVII. Hoc anno Odo comes, quasi superioris fortunam emendaturus, Ambazium castrum de improvisio, cum actturus aliud putaretur, obesedit, habens secum Rotberti regis filium Heinricum jam regem factum. Sed tamen ibi quoque diu laborans nichil profecit, defendente oppidum maxime inclito clerico Sulpicio, castellano ejus et Sancti Martini thesaurario, suis rerum copiis ac sapienti industria, et eodem anno civitas Turonis combusta est. Eodem ipso anno Britto Alanus Lus bsidens a Fulcone obsides omnes quos Herbertus dederat extorsit.
Quellenart
Annalen
 
#2
Quellenangabe
Actus pontificum Cenomannis in urbe degentium, publ. par G. Busson et A. Ledru. Le Mans 1901, pp. 355-360.
Quellenart
Vita
Literatur (Auswahl)
Bachrach, Bernard S.: Fulk Nerra, the Neo-Roman Consul, 987-1040. A Political Biography of the Angevin. Berkeley 1993, p. 184-188;
Halphen, Louis: Le comte d'Anjou. Paris 1906, p. 69;
Keats-Rohan, Katharine S. B.: Two studies in North French prosopography, in: Journal of Medieval History 20 (1994), p. 20.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Fulko III. (†1040), Graf von Anjou, gen. "der Schwarze"
Rolle
Vertragspartner
Dynastie
Anjou
 
#2
Name, Titel/Rang
Herbert I. (†1036), Graf von Maine, gen. "Evigilans-canem" (der Wachhund)
Rolle
Vertragspartner
Dynastie
Maine
Religiöse Konstellation
innerchristlich
Art der Übereinkunft
Garantie/Bürgschaft
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
keine Angaben
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Aufenthaltsort der Geiseln
Le Lude (Département Sarthe, Pays de la Loire)
Schicksal der Geiseln
Terminus