Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
-0057 Geiselstellung an Prokonsul Gaius Iulius Caesar durch die Ubier und andere rechtsrheinische Stämme
Name
-0057 Geiselstellung an Prokonsul Gaius Iulius Caesar durch die Ubier und andere rechtsrheinische Stämme
Vorausgegangener Konflikt
Gallischer Krieg
Datum/Zeitangabe
-57
Inhalt/Kommentar
Unter dem Eindruck einiger Erfolge Caesars in Gallien sollen auch rechtsrheinische Stämme freiwillig Gesandte geschickt und Geiseln angeboten haben. Caesar entschied, sie sollten sich im Folgejahr nach seiner Rückkehr aus Italien wieder einfinden. Ob Geiseln tatsächlich gestellt wurden, bleibt hier offen. Aus Caesar B. G. 4.16.5 kann allerdings möglicherweise abgeleitet werden, dass die Ubier als einzige Geiseln zu diesem Zeitpunkt bzw. im Folgejahr gestellt hatten. Die unmittelbar im Anschluss erwähnte Bewilligung eines 15-tägigen Dankfestes für Caesar in Rom, dass "ex litteris Caesaris" gefeiert wurde, lässt darauf schließen, dass Caesar auch diese (angebotene) Geiselstellung der Germanen in seinen Briefen an den Senat unter seinen Erfolgen aufgelistet hatte. Wie die o.g. Stelle zeigt, war das Angebot von Seiten der Ubier womöglich eher als Bündnis gedacht, das sich gegen die Sueben richtete. Da Caesar laut B.G. 7.63.3 die meisten Geiseln in Noviodunum unterbrachte, liegt es nahe, die Ubier ebf. dort zu vermuten.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Caesar B. G. 2.35.1.
Quellentext
[1] His rebus gestis omni Gallia pacata tanta huius belli ad barbaros opinio perlata est, uti ab iis nationibus, quae trans Rhenum incolerent, legati ad Caesarem mitterentur, qui obsides daturos, imperata facturos pollicerentur.
Übersetzungen
Als nach diesen Ereignissen ganz Gallien unterworfen war, machte dieser Krieg auf die Barbaren einen so tiefen Eindruck, dass die rechtsrheinischen Staaten Gesandte zu Caesar schickten und die Stellung von Geiseln und Unterwerfung unter seine Befehle zusicherten.
 
#2
Quellenangabe
Caesar B.G. 4.16.5.
Quellentext
[5] Ubii autem, qui uni ex Transrhenanis ad Caesarem legatos miserant, amicitiam fecerant, obsides dederant, magno opere orabant, ut sibi auxilium ferret, quod graviterab Suebis premerentur; […].
Übersetzungen
Die Ubier aber, die als einzige der rechtsrheinischen Stämme Gesandte geschickt, Freundschaft geschlossen und Geiseln gestellt hatten, baten dringend, er solle Hilfe bringen, weil sie von den Sueben schwer bedrängt würden.
Quellenart
http://www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0001%3Abook%3D4%3Achapter%3D16
 
#3
Quellenangabe
Caesar B.G. 6.9.6-7.
Quellentext
[6] Ubii, qui ante obsides dederant atque in deditionem venerant, purgandi sui causa ad eum legatos mittunt, qui doceant neque ex sua civitate auxilia in Treveros missa neque ab se fidem laesam; [7] petunt atque orant, ut sibi pacat, ne communi odio Germanorum innocentes pro nocentibus poenas pendant; si amplius obsidum velit, dari pollicentur.
Übersetzungen
[6] Die Ubier, welche vorher Geiseln gestellt und sich unterworfen hatten, schickten, um sich zu rechtfertigen, Gesandte zu ihm, die beweisen sollten, ihr Stamm habe keine Hilfstruppen zu den Treverern geschickt und die Treue nicht gebrochen. [7] Sie baten inständig um Schonung, damit nicht bei dem allgemeinen Hass gegen die Germanen Unschuldige statt Schuldiger büßten. Falls er mehr Geiseln wolle, sagten sie ihm diese zu.
Literatur (Auswahl)
Walker, Hostages, S. 237 Case-Nr. 197, 198.
Moscovich, The Role of Hostages, S. 200.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Prokonsul Gaius Iulius Caesar
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Rom
 
#2
Name, Titel/Rang
Ubier
Rolle
Vertragspartner
Religiöse Konstellation
(Keine Auswahl)
Art der Übereinkunft
Bündnis
Ort der Geiselstellung
Gallien
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
Nein
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Aufenthaltsort der Geiseln
Noviodunum
Schicksal der Geiseln
Terminus
Semantisches Feld 'Sicherheit'
pacata
Terminus 'Übereinkunft'
imperata facturos pollicerentur / in deditionem venire / amicitiam fecerant