Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
-0189 Geiselstellung an Konsul Marcus Fulvius Nobilior durch den Aitolischen Bund
Name
-0189 Geiselstellung an Konsul Marcus Fulvius Nobilior durch den Aitolischen Bund
Vorausgegangener Konflikt
Feldzug in Aitolien
Datum/Zeitangabe
-189
Inhalt/Kommentar
Die Aitoler hatten sich eigentlich schon 191 v. Chr. unterworfen (pol. 20.9f.), nahmen aber angesichts der zu schweren Bedingungen der Römer den Kampf wieder auf. Nun wurde ein Vertrag geschlossen. Wirth 1995, S. 28f., weist darauf hin, dass Rom so einen Vertrag schließen konnte, der unter anderen Umständen vielleicht als ungerecht empfunden worden wäre. Im Endeffekt gleicht das erreichte foedus einem, wie es etwa in anderen Fällen nach erfolgter Restitution nach der deditio geschlossen wurde, wo man üblicherweise auch ein deutliches Machtgefälle zu Gunsten Roms ablesen kann. Die Unterscheidung von foedus und deditio im Falle der Aitoler wirkt so geradezu fiktiv (Wirth 1995, S. 43). Angaben zum Alter der Geiseln sind häufiger bekannt; seltener ist der Ausschluss von bestimmten Amtsträgern von der Geiselhaft. Täubler 1913, S. 71 denkt, dass die Geiseln wie im Vertrag von Apameia mit Antiochos III. alle drei Jahre ausgetauscht werden sollten. Damit würde aber nur ein Austausch stattfinden und der Hinweis auf den Ausschluss solcher, die bereits Geiseln waren, wäre sinnlos. Viel eher ist es wahrscheinlich, dass Polybios einfach festgestellt hatte, dass die Geiseln tatsächlich nach sechs Jahren zurückgegeben worden waren und diesen Punkt dann aus der Retrospektive in seine Wiedergabe des Vertrages hatte einfließen lassen. Die bereits einmal als Geisel in Rom gewesenen Personen können sich dann z.B. auf den sechsmonatigen Waffenstillstand zw. Scipio und Aitolien vor Amphissa beziehen (Liv. 37.7.4).
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Polybius 21.32.10-11.
Quellentext
[10] μὴ νεωτέρους ἐτῶν δώδεκα μηδὲ πρεσβυτέρους τετταράκοντα, εἰς ἔτη ἕξ, οὓς ἂν Ῥωμαῖοι προκρίνωσιν, χωρὶς στρατηγοῦ καὶ ἱππάρχου καὶ δημοσίου γραμματέως καὶ τῶν ὡμηρευκότων ἐν Ῥώμῃ. καὶ τὰ ὅμηρα καθιστάτωσαν εἰς Ῥώμην: [11] ἐὰν δέ τις ἀποθάνῃ τῶν ὁμήρων, ἄλλον ἀντικαθιστάτωσαν.
Übersetzungen
[10] the Aetolians shall give the consul forty hostages each of more than twelve and less than forty years of age at the choice of the Romans and to serve as such for six years, none of them being either a strategus, a hipparch, or a public secretary or one who has previously served as hostage; these hostages also to be delivered in Rome, [11] and any one of them who dies to be replaced: [...].
 
#2
Quellenangabe
Zonaras 9.21
Quellentext
καὶ διεπράξαντο ἀνοχήν, εἶτα καὶ εἰρήνην παρὰ τοῦ δήμου, πολλὰ μὲν χρήματα, πολλοὺς δὲ καὶ ὁμήρους δόντες.
Übersetzungen
They secured an armistice and subsequently obtained peace from the people at Rome by the gift of considerable money and many hostages.
 
#3
Quellenangabe
Liv. 38.11.6.
Quellentext
[…] obsides quadraginta arbitratu consulis Romanis dato ne minores duodecim annorum neu maiores quadraginta […].
Übersetzungen
Die Völkerschaft der Ätoler soll den Römern 40 Geiseln nach Ermessen des Konsuls stellen, nicht jünger als 12 Jahre und nicht älter als 40[...].
Literatur (Auswahl)
Walker, Hostages, Case-Nr. 123.
Wirth, Gerhard; Rückschritte: zur verlangten Dedition von 190 und den Schwierigkeiten des römisch-aetolischen Verhältnisses, Wien 1995.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Marcus Fulvius Nobilior, Konsul
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Rom
 
#2
Name, Titel/Rang
Aitolischer Bund
Rolle
Vertragspartner
Religiöse Konstellation
(Keine Auswahl)
Art der Übereinkunft
(Keine Auswahl)
Ort der Geiselstellung
Aitolien
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
Ja
Anzahl der Geiseln
40
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Aufenthaltsort der Geiseln
Rom / Italien
Schicksal der Geiseln
Terminus
Terminus 'Übereinkunft'
foedus