Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

639 Dokumente in 'Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit'
Name
 
-0172 Geiselstellung an Konsul Quintus Marcius Philippus durch König Perseus
Name
-0172 Geiselstellung an Konsul Quintus Marcius Philippus durch König Perseus
Vorausgegangener Konflikt
3. Makedonischer Krieg
Datum/Zeitangabe
-172
Inhalt/Kommentar
Die symbolische Komponente von Geiselstellungen aus römischer Sicht wird deutlich: Mit dem Empfang von Geiseln ohne gleichzeitiges Stellen solcher, wird den anwesenden griechischen Verbündeten der Römer die höhere 'dignitas' Roms vor Augen geführt. Aus makedonischer Sicht war die Geiselstellung wohl nicht unehrenhaft: Sie erfolgte u.a. beim Abschluss von gleichrangigen Bündnissen, wie dem mit Gentios, dem Illyrer. Wahrscheinlich entschied die römische Seite mit über die Auswahl der Geiseln, da mit Hippias und Pantauchos zwei den Römern bereits als Gesandte bekannte Männer geschickt wurden.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Liv. 42.39.6-7.
Quellentext
Aliud deinde ambigebatur, cum quam multis transiret. Rex cum omni comitatu transire aecum censebat; legati vel cum tribus venire iubebant vel, si tantum agmen traduceret, obsides dare nihil fraudis fore in conloquio. Hippian et Pantauchum, quos et legatos miserat, principes amicorum, obsides dedit. Nec tam in pignus fidei obsides desiderati erant, quam ut appareret sociis nequaquam ex dignitate pari congredi regem cum legatis.
Übersetzungen
Hierdurch ließ der König sich leicht überreden. Dann war man noch über einen anderen Punkt verschiedener Ansicht, nämlich mit wie vielen er herüberkommen solle. Der König hielt es für angebracht, mit seinem ganzen Gefolge hinüberzukommen. Die Gesandten forderten ihn auf, entweder mit dreien zu kommen oder, wenn er einen so großen Zug hinüberführe, Geiseln zu stellen, dass bei der Unterredung kein Betrug geschehen werde. Er gab Hippias und Pantauchos, die er als Gesandte geschickt hatte, sehr angesehene Männer aus dem Kreise seiner Freunde, als Geiseln. Doch waren die Geiseln nicht so sehr als Unterpfand der Treue verlangt worden, als dass die Verbündeten sähen, dass der König keineswegs als Gleichgestellter mit den Gesandten zusammentreffe.
Hyperlink zur Quelle
www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0140%3Abook%3D42%3Achapter%3D39%3Asection%3D6
Literatur (Auswahl)
Walker, Hostages, Case-Nr. 137.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Quintus Marcius Philippus, Konsul
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Rom
 
#2
Name, Titel/Rang
Perseus, König
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Makedonien
Religiöse Konstellation
(Keine Auswahl)
Art der Übereinkunft
Waffenstillstand
Ort der Geiselstellung
Tal des Peneios, zwischen Dion und Homolion
Akte symbolischer Kommunikation
keine Geiseln von römischer Seite
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
Ja
Anzahl der Geiseln
2
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Name, Titel
Hippias
Zugehörigkeit
Makedonien
Geschlecht
männlich
Stand
Philos des Königs / principes amicorum
 
#2
Name, Titel
Pantauchos
Zugehörigkeit
Makedonien
Geschlecht
männlich
Stand
Philos des Königs / principes amicorum
Antritt der Vergeiselung
ja
Aufenthaltsort der Geiseln
im Militärlager
Schicksal der Geiseln
Terminus