Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
-0169 Geiselstellung an den Legaten L. Coelius durch Penesten und Parthiner
Name
-0169 Geiselstellung an den Legaten L. Coelius durch Penesten und Parthiner
Vorausgegangener Konflikt
3. Makedonischer Krieg
Datum/Zeitangabe
-169
Inhalt/Kommentar
Perseus hatte Besatzungen in Uskana und anderen penestinischen Orten, andere waren jedoch Rom tapfer treu geblieben. Von diesen sowie den Parthini ließ der Legat L. Coelius nun Geiseln nehmen. Wegen der Mehrdeutigkeit des Begriffs amicitia bei den antiken Autoren kann ein foedus oder eine deditio nicht ausgeschlossen werden. Interessant ist, dass Geiseln genommen wurden, obwohl die Treue der Freunde sogar eigens betont wird. Bemerkenswert ist noch der Zusatz über den reibungslosen Ablauf der Geiselnahme in beiden Fällen. Dies deutet darauf hin, dass Probleme für möglich gehalten wurden und es im Vorfeld keine Absprachen bezüglich Geiselstellungen gegeben hatte, auf die man sich hätte berufen können. Wahrscheinlich gab es pro- und anti-römische Parteien in den Städten, sodass man mit Geiselstellungen möglichen Übertritten zu Perseus zuvor kommen wollte. Dass in den Städte römische Besatzungen lagen, kann aus den zuvor von Perseus gemachten Eroberungen geschlossen werden, bei denen jeweils römische Besatzungstruppen gefangen genommen wurden (Liv. 43.18.6-10; 19.6f.). Zudem waren im Gebiet der Parthiner römische Winterlager (Liv. 43.23.6), die man evtl. schützen wollte.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Liv. 43.21.2-3.
Quellentext
L. Coelius, legatus Romanus, praeerat Illyrico; qui moveri non ausus, cum in iis locis rex esset, post profectionem demum eius conatus in Penestis Uscanam recipere, a praesidio, quod ibi Macedonum erat, cum multis vulneribus repulsus
Lychnidum copias reduxit. [2] Inde post dies paucos M. Trebellium Fregellanum cum satis valida manu Penestas misit ad obsides ab iis urbibus, quae in amicitia cum fide permanserant, accipiendos; procedere etiam in Parthinos [3] - ii quoque obsides dare pepigerant - iussit. Ab utraque gente sine tumultu exigit. Penestarum obsides Apolloniam, Parthinorum Dyrrachium, - tum Epidamni magis celebre nomen Graecis erat - missi.
Übersetzungen
Der römische Legat L. Coelius hatte das Kommando in Illyrien. Er wagte es nicht, sich zu rühren, solange der König in diesem Gebiet war. Nach seinem Abmarsch endlich versuchte er im Gebiet der Penesten Uskana zurückzuerobern, wurde aber von der Besatzung der Makedonen, die dort lag, zurückgeschlagen und hatte viele Verwundete. Er führte dann seine Truppen nach Lychnidos zurück.
[2] Von dort schickte er nach wenigen Tagen M. Trebellius aus Fregellae mit einer hinreichend starken Schar ins Gebiet der Penesten, um in den Städten, die treu die Freundschaft gehalten hatten, Geiseln entgegen zu nehmen. Er befahl ihm, auch ins Gebiet der Parthiner weiterzuziehen [3] - auch diese hatten sich verpflichtet, Geiseln zu stellen. Von beiden Völkern forderte er sie ein, ohne dass es zu Unruhen gekommen wäre. Die Geiseln der Penesten wurden nach Appollonia geschickt, die der Parthiner nach Dyrrhachion - damals war bei den Griechen der Name Epidamnos gebräuchlicher.
Literatur (Auswahl)
Walker, Hostages, Case-Nr. 142.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
L. Coelius, Legat
Rolle
(Keine Auswahl)
Zugehörigkeit
Rom
 
#2
Name, Titel/Rang
M. Trebellius
Rolle
(Keine Auswahl)
Zugehörigkeit
Rom
 
#3
Name, Titel/Rang
Penesten
Rolle
Vertragspartner
 
#4
Name, Titel/Rang
Parthiner
Rolle
Vertragspartner
Religiöse Konstellation
(Keine Auswahl)
Art der Übereinkunft
Bündnis
Ort der Geiselstellung
Städte der Penesten und Parthiner
Geltungsbereich
Gebiet der Penesten und Parthiner
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
Nein
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Aufenthaltsort der Geiseln
Apollonia und Dyrrhachion (Epidamnos)
Schicksal der Geiseln
Terminus
Terminus 'Übereinkunft'
amicitia