Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
-0058 Geiselstellung an Prokonsul Gaius Iulius Caesar durch die Helvetier
Name
-0058 Geiselstellung an Prokonsul Gaius Iulius Caesar durch die Helvetier
Vorausgegangener Konflikt
Gallischer Krieg
Datum/Zeitangabe
-58
Inhalt/Kommentar
Die Geiselstellung durch die Helvetier ist für Caesar ein besonderer persönlicher Triumph, da die Tiguriner als Teil der Helvetier 107 v. Chr. den Römern eine schwere Niederlage zugefügt hatten und die Überlebenden zu Geiselstellung gezwungen hatten. Der Großvater von Caesars Schwiegervater Lucius Calpurnius Piso war dabei umgekommen (B.G. 1.12.7). Der Helvetier Divico nahm laut Caesar Bezug auf diese Schlacht, als er sich weigerte Geiseln zu stellen, weil er eher solche empfangen würde. Dahinter könnte sich auch die Erwartung einer beiderseitigen Geiselstellung verbergen, denn so waren die Helvetier bereits mit den Sequanern verfahren (1.9.4). Da Caesar laut B.G. 7.63.3 die meisten gallischen Geiseln in Noviodunum unterbrachte, liegt es nahe, die Helvetier ebf. dort zu vermuten.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Caesar B. G. 1.27.3.
Quellentext
[3] eo postquam Caesar pervenit, obsides arma servos, qui ad eos perfugissent, poposcit.
Übersetzungen
Als Caesar dort anrückte, forderte er Geiseln, die Waffen und übergelaufenen Sklaven.
Hyperlink zur Quelle
www.perseus.tufts.edu/hopper/text?doc=Perseus%3Atext%3A1999.02.0002%3Abook%3D1%3Achapter%3D27%3Asection%3D3
 
#2
Quellenangabe
App. Gall. 15
Quellentext
ὅτι ἔθνη δύο Τιγύριοι καὶ Ἑλουήτιοι ἐς τὴν Ῥωμαίων Κελτικὴν ἐσέβαλον, καὶ τούτων τὸν στόλον ὁ Καῖσαρ Γάϊος πυθόμενος διετείχισεν ὅσα περὶ Ῥοδανόν ἐστι ποταμὸν ἐς ἑκατὸν καὶ πεντήκοντα σταδίους μάλιστα. καὶ πρεσβευσαμένοις ἐπὶ διαπείρᾳ τοῖς πολεμίοις ὑπὲρ σπονδῶν ἐκέλευεν ὅμηρα δοῦναι καὶ χρήματα. ἀποκριναμένων δ᾽ εἰθίσθαι ταῦτα λαμβάνειν, οὐ διδόναι, βουλόμενος φθάσαι τὴν ὁμαιχμίαν αὐτῶν, ἐπὶ μὲν τοὺς Τιγυρίους ἐλάσσους ὄντας ἔπεμπε Λαβιηνόν, αὐτὸς δὲ ἐπὶ τοὺς Ἑλουητίους ἐχώρει, προσλαβὼν Γαλατῶν τῶν ὀρείων ἐς δισμυρίους. καὶ γίγνεται Λαβιηνῷ τὸ ἔργον εὐμαρές, ἀδοκήτοις Τιγυρίοις περὶ τὸν ποταμὸν ἐπιπεσόντι, καὶ τρεψαμένῳ καὶ σκεδάσαντι τοὺς πολλοὺς ἐν ἀσυνταξίᾳ.
Übersetzungen
Two nations, the Tigurini and the Helvetii, made an incursion into the Roman province of Gaul. When Cæsar heard of this movement he built a wall along the river Rhone about a hundred and fifty stades in length to intercept them. When they sent ambassadors to him to endeavor to make a treaty, he ordered them to give him hostages and money. They replied that they were accustomed to receive these things, not to give them. As he wished to prevent them from forming a junction he sent Labienus against the Tigurini, who were the weaker, while he marched against the Helvetii, taking with him about 20,000 Gallic mountaineers. The work was easy to Labienus, who fell upon the Tigurini unawares on the river bank, defeated them, and scattered the greater part of them in disorderly flight.
 
#3
Quellenangabe
Caes. B.G. 1.14.6f.
Quellentext
[6] cum ea ita sint, tamen, si obsides ab iis sibi dentur, uti ea quae polliceantur facturos intellegat, et si Haeduis de iniuriis, quas ipsis sociisque eorum intulerint, item, si Allobrogibus satisfaciant, sese cum iis pacem esse facturum. Divico respondit : [7] ita Helvetios a maioribus suis institutos esse, uti obsides accipere, non dare consuerint; eius rei populum Romanum esse testem. hoc responso dato discessit.
Übersetzungen
Es sollten ihm von ihnen Geiseln gestellt werden, damit er sehe, daß sie ihre Versprechungen einhalten würden. Dann sollten sie den Häduern für die Gewalttaten, die sie ihnen und deren Bundesgenossen zugefügt hätten, und ebenso den Allobrogern Genugtuung leisten. Divico antwortete, die Helvetier seien von ihren Vätern so erzogen worden, daß sie Geiseln zu empfangen, nicht zu stellen pflegten; dies könne das römische Volk bezeugen. Mit dieser Antwort entfernte er sich.
 
#4
Quellenangabe
Caesar B. G. 1.28.2
Quellentext
[2] […] reductos in hostium numero habuit; reliquos omnes obsidibus, armis, perfugis traditis in deditionem accepit.
Übersetzungen
Die Zurückgeführten behandelte er als Feinde. Als Geiseln, Waffen und Überläufer ausgeliefert waren, nahm er die Unterwerfung aller übrigen an.
Literatur (Auswahl)
Walker, Hostages, Case-Nr. 191 + 192.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Prokonsul Gaius Iulius Caesar
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Rom
 
#2
Name, Titel/Rang
Divico / princeps der Helvetier
Rolle
Unterhändler
Zugehörigkeit
Helvetier / Tiguriner
 
#3
Name, Titel/Rang
Stamm der Helvetier
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
keltischer Stamm
Religiöse Konstellation
(Keine Auswahl)
Art der Übereinkunft
Unterwerfung
Ort der Geiselstellung
Gebiet der Helvetier
Geltungsbereich
Gebiet der Haeduer, Allobroger, Ambarrer
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
Nein
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Aufenthaltsort der Geiseln
Noviodunum (?)
Schicksal der Geiseln
Terminus
Terminus 'Übereinkunft'
deditio σπονδῶν (spondai)