Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
-0010 Geiselstellung an Rom durch den Partherkönig Phraates IV.
Name
-0010 Geiselstellung an Rom durch den Partherkönig Phraates IV.
Datum/Zeitangabe
-10
Inhalt/Kommentar
Über die Gründe, warum Phraates IV. seine Söhne und Enkel nach Rom schickte, bestehen unterschiedliche Ansichten. Laut Augustus eigener Aussage in den Res Gestae hatte der Partherkönig seine Söhne geschickt hatte, um die Freundschaft der Römer zu erlangen. Auch bei Velleieus, Sueton und Eutrop erscheinen sie als Zeichen der Unterordnung des Parthers. Tacitus und Iosephus hingegen geben innenpolitische Gründe an, die den König dazu bewogen, seine Söhne aus erster Ehe nach Rom zu schicken. Es ist auffällig, dass Augustus nicht das Wort "obses" verwendet, während alle anderen Quellen eindeutig von Geiseln sprechen. Zwei der parthischen Prinzen wurden später als Thronkandidaten entsandt. Die übrigen beiden verstarben in Rom und wurden and der Via Appia bestattet. Unter Augustus scheint sich der Umgang mit Geiseln hin zu einer aktiveren 'Romanisierung' zu entwickeln, mit dem Ziel sie wie die Parther als romtreue Vasallenkönige auf den jeweiligen Thron zu bringen. In diesem Fall wird ersichtlich, dass Geiselsteller und -empfänger nicht immer die gleiche Sichtweise auf den Vorgang hatten: Phraates wird die Geiseln sicherlich nicht als Zeichen der Unterordnung verstanden haben.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Vell. 2.94.4.
Quellentext
[4] Nec multo post missus ab eodem vitrico cum exercitu ad visendas ordinandasque, quae sub Oriente sunt, provincias, praecipuis omnium virtutum experimentis in eotractatu editis, cum legionibus ingressus Armeniam, redacta ea in potestatem populi Romani regnum eius Artavazdi dedit. Quin rex quoque Parthorum tanti nominis fama territus leberos suos ad Caesarem misit obsides.
Übersetzungen
[4] Nicht lange danach sandte sein Stiefvater ihn mit einem Heer, um die Provinzen des Ostens zu inspizieren und neu zu ordnen, und er gab bei dieser Tätigkeit hervorragende Proben all seiner Fähigkeiten. So marschierte er mit seinen Legionen in Armenien ein, brachte es wieder unter die Oberhoheit Roms und übertrug Artavasdes die Königswürde. Sogar der Partherkönig geriet in Schrecken, als sich der Name des Tiberius überallhin ruhmvoll verbreitete, und sandte seine Kinder als Geiseln zu Caesar.
 
#2
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Tacitus, ann. 2.1-2.
Quellentext
Sisenna Statilio Tauro L. Libone consulibus mota Orientis
regna provinciaeque Romanae, initio apud Parthos orto,
qui petitum Roma acceptumque regem, quamvis gentis Arsacidarum,
ut externum aspernabantur. is fuit Vonones, obses
Augusto datus a Phraate. nam Phraates, quamquam depulisset
exercitus ducesque Romanos, cuncta venerantium
officia ad Augustum verterat partemque prolis firmandae
amicitiae miserat, haud perinde nostri metu quam fidei popularium
diffisus.
2
Post finem Phraatis et sequentium regum ob internas caedes
venere in urbem legati a primoribus Parthis, qui Vononen,
vetustissimum liberorum eius, accirent. magnificum
id sibi credidit Caesar auxitque opibus; et accepere barbari
laetantes, ut ferme ad nova imperia. mox subiit pudor: degeneravisse
Parthos; petitum alio ex orbe regem, hostium
artibus infectum; iam inter provincias Romanas solium Arsacidarum
haben darique. ubi illam gloriam trucidantium
Crassum, exturbantium Antonium, si mancipium Caesaris,
tot per annos servitutem perpessum, Parthis imperitet? accendebat
dedignantes et ipse diversus a maiorum institutis:
raro venatu, segni equorum cura, quotiens per urbes incederet,
lecticae gestamine, fastuque erga patrias epulas. inridebantur
et Graeci comites ac vilissima utensilium anulo clausa.
sed prompti aditus, obvia comitas, ignotae Parthis virtutes,
nova vitia, et quia ipsorum moribus aliena, perinde
odium pravis et honestis.
Übersetzungen
Unter dem Konsulat von Sisenna Statilius Taurus und L. Libo
gerieten die Königreiche und römischen Provinzen des Ostens in
Unruhe; sie nahm ihren Ausgang bei den Parthern, die den von
Rom erbetenen und empfangenen König, wenngleich er aus dem
Geschlecht der Arsakiden stammte, als Ausländer ablehnten. Dies
war Vonones, der dem Augustus von Phraates als Geisel gestellt
worden war. Denn Phraates hatte, obwohl er römische Heere und
Heerführer zurückgeschlagen hatte, dem Augustus alle Ehrenbezeigungen
erwiesen und ihm einen Teil seiner Nachkommenschaft
zur Festigung der Freundschaft geschickt, nicht so sehr aus
Furcht vor uns als aus Mißtrauen gegen die Treue seiner Landsleute.

Nach dem Ende des Phraates und der folgenden Könige kamen
wegen der blutigen inneren Wirren Gesandte von den parthischen
Häuptlingen nach Rom, die Vonones, den ältesten Sohn des
Phraates, heimholen sollten. Für eine große persönliche Ehrung
hielt dies der Kaiser und stattete ihn reichlich aus; und die Barbaren
nahmen ihn voll Freude auf, wie das meist zu Beginn einer
neuen Herrschaft der Fall ist. Bald aber regte sich ihr Ehrgefühl:
Entartet seien die Parther; erbeten habe man aus einem anderen
Erdteil einen König, der von der Feinde Gewohnheiten angesteckt
sei; schon werde der Thron der Arsakiden wie eine von den römischen
Provinzen behandelt und vergeben. Wo bleibe jener Ruhm
der Männer, die Crassus niedermachten, Antonius davonjagten,
wenn ein Sklave des Kaisers, der so viele Jahre die Knechtschaft erduldet
habe, über die Parther gebieten dürfe? Ihre Ablehnung steigerte
Vonones selbst, indem er ganz von der Lebensweise der Vorfahren
abwich: er ging selten auf die Jagd, kümmerte sich zu wenig
um die Pferde, benutzte bei seinen Reisen durch die Städte eine
Sänfte, lehnte die heimischen Gelage ab. Man spottete auch über
sein griechisches Gefolge und über die Sitte, die billigsten Gebrauchsgegenstände
unter Siegel zu verschließen; andererseits erschienen
seine offene Zugänglichkeit und seine entgegenkommende
Leutseligkeit, den Parthern unbekannte Tugenden, als zusätzliche
Schwächen, und weil seine Handlungen ihren eigenen Gebräuchen
fremd waren, galt ihnen ihr Haß, gleich ob sie verwerflich waren
oder ehrenhaft. (Erich Heller)
 
#3
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Eutr. 7.9.
Quellentext
[9] [...] Germanorum ingentes copias cecidit, ipsosquoque trans Albim fluvium summovit, qui in Barbarico longe ultra Rhenum est. Hoc tamen bellum per Drusum privignum suum administravit sicut per Tiberium privignum alterum Pannonicum, quo bello XL captivorum milia ex Germania trantulit et supra ripam Rheni in Gallia collocavit. Armeniam a Parthis recepit. Obsides quod nulli antea Persae ei dederunt; reddiderunt etiam signa Romana, quae Crasso victo ademerant.
Übersetzungen
Von den Germanen vernichtete er gewaltige Truppenmengen, und er störte sie ihrerseits sogar jenseits der Elbe auf, die weit im Barbarischen jenseits des Rheins fließt. Diesen Krieg ließ er jedoch von seinem Stiefsohn Drusus durchführen, desgleichen den Pannonischen durch seinen zweiten Stiefsohn Tiberius. In diesem Krieg brachte er 40 000 Gefangene aus Germanien herüber und siedelte sie am Rheinufer in Gallien an. Armenien bekam er von den Parthern zurück. Die Perser stellten ihm Geiseln wie niemandem zuvor. Sie gaben ihm auch die römischen Feldzeichen zurück, die sie beim Sieg über Crassus erbeutet hatten.
 
#4
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Cass. Dio. 55.10.20 - 10a.4.
Quellentext
[55.10.20] “ ὅτι ὡς ἐπύθοντο οἱ βάρβαροι τὴν ἐπιστρατείαν τοῦ Γαΐου, Φρατάκης ἔπεμψε πρὸς τὸν Αὔγουστον, ὑπὲρ τῶν γεγονότων ἀπολογούμενος καὶ τοὺς ἀδελφοὺς ἐπὶ εἰρήνῃ ἀπαιτῶν: καὶ αὐτῷ ἐκεῖνος Φρατάκῃ ἁπλῶς ἄνευ τῆς τοῦ βασιλέως ἐπικλήσεως, ἀντεπιστείλας, τό τε ὄνομα τὸ βασιλικὸν καταθέσθαι καὶ τῆς Ἀρμενίας ἀποστῆναι προσέταξεν. ἐφ᾽ ᾧ δὴ ὁ Πάρθος οὐχ ὅσον οὐ κατέπτηξεν, ἀλλὰ καὶ ἀντέγραψέν οἱ τά τε ἄλλα ὑπερφρόνως, καὶ αὑτὸν μὲν βασιλέα βασιλέων ἐκεῖνον δὲ Καίσαρα μόνον ὀνομάσας. ὁ δὲ δὴ Τιγράνης εὐθὺς μὲν οὐκ ἐπρεσβεύσατο, τοῦ δὲ Ἀρταβάζου νόσῳ ὕστερον τελευτήσαντος δῶρά τε τῷ Αὐγούστῳ, ὡς καὶ τοῦ ἀντιπάλου ὑπεξῃρημένου ” [21] “ οἱ, ἔπεμψε, τὸ τοῦ βασιλέως ὄνομα ἐς τὴν ἐπιστολὴν μὴ ἐγγράψας, καὶ τὴν βασιλείαν δῆθεν παρ᾽ αὐτοῦ ᾔτησε. τούτοις τε οὖν ὑπαχθεὶς καὶ τὸν πόλεμον ἅμα τὸν Παρθικὸν φοβηθεὶς τά τε δῶρα ἐδέξατο, καὶ μετ᾽ ἐλπίδων αὐτὸν χρηστῶν ἐς τὴν Συρίαν πρὸς τὸν Γάιον ἐλθεῖν ἐκέλευσεν.” [10a] “ ... ἑτέρους ἐκ τῆς Αἰγύπτου ἐπιστρατεύσαντάς σφισιν ἀπεώσαντο, οὐ πρότερόν τε ἐνέδοσαν πρὶν χιλίαρχόν τινα ἐκ τοῦ δορυφορικοῦ ἐπ᾽ αὐτοὺς πεμφθῆναι. καὶ ἐκεῖνος δὲ ἐν χρόνῳ τὰς καταδρομὰς αὐτῶν ἐπέσχεν, ὥστε ἐπὶ πολὺ μηδένα βουλευτὴν τῶν ταύτῃ πόλεων ἄρξαι. ” “ [2] ταῦτά τε οὖν ἅμα καὶ τὰ τῶν Κελτῶν ἐκαινώθη. ὁ γὰρ Δομίτιος πρότερον μέν, ἕως ἔτι τῶν πρὸς τῷ Ἴστρῳ χωρίων ἦρχε, τούς τε Ἑρμουνδούρους ἐκ τῆς οἰκείας οὐκ οἶδ᾽ ὅπως ἐξαναστάντας καὶ κατὰ ζήτησιν ἑτέρας γῆς πλανωμένους ὑπολαβὼν ἐν μέρει τῆς Μαρκομαννίδος κατῴκισε, καὶ τὸν Ἀλβίαν μηδενός οἱ ἐναντιουμένου διαβὰς φιλίαν τε τοῖς ἐκείνῃ βαρβάροις συνέθετο καὶ βωμὸν ἐπ᾽ ” “ [3] αὐτοῦ τῷ Αὐγούστῳ ἱδρύσατο. τότε δὲ πρός τε τὸν Ῥῆνον μετελθών, καὶ ἐκπεσόντας τινὰς Χερούσκων καταγαγεῖν δι᾽ ἑτέρων ἐθελήσας, ἐδυστύχησε καὶ καταφρονῆσαί σφων καὶ τοὺς ἄλλους βαρβάρους ἐποίησεν. οὐ μέντοι καὶ πλέον τι τῷ ἔτει ἐκείνῳ ὑπ᾽ αὐτοῦ ἐπράχθη: διὰ γὰρ τὸν Παρθικὸν πόλεμον ὑπόγυον ὄντα οὐδεμία αὐτῶν ἐπιστροφὴ τότε ἐγένετο."“ [4] οὐ μὴν οὐδὲ τοῖς Πάρθοις ἐπολεμήθη. ὁ γὰρ Φρατάκης τὸν Γάιον ἔν τε τῇ Συρίᾳ ὄντα καὶ ὑπατεύοντα ἀκούσας, καὶ προσέτι καὶ τὰ οἰκεῖα μηδὲ πρότερον εὐνοϊκῶς οἱ ἔχοντα ὑποτοπήσας, προκατηλλάγη ἐπὶ τῷ αὐτός τε τῆς Ἀρμενίας ἀποστῆναι καὶ τοὺς ἀδελφοὺς αὐτοῦ πέραν θαλάσσης ”
Übersetzungen
[55.10.20] When the barbarians heard of Gaius' expedition, Phrataces sent men to Augustus to explain what had occurred and to demand the return of his brothers on condition of his accepting peace. The emperor sent him a letter in reply, addressed simply to "Phrataces," without the appellation of "king," in which he directed him to lay aside the royal name and to withdraw from Armenia. Thereupon the Parthian, so far from being cowed, wrote back in a generally haughty tone, styling himself "King of Kings" and addressing Augustus simply as "Caesar." Tigranes did not at once send any envoys, but when Artabazus somewhat later fell ill and died, he sent gifts to Augustus, in view of the fact that his rival had been removed, [21] and though he did not mention the name "king" in his letter, he really did petition Augustus for the kingship. Influenced by these considerations and at the same time fearing the war with the Parthians, the emperor accepted the gifts and bade him go with good hopes to Gaius in Syria.

[55.10a] . . . others who marched against them from Egypt, and did not yield until a tribune from the pretorian guard was sent against them. This man in the course of time checked their incursions, with the result that for a long period no senator governed the cities in this region. [2] Coincident with these events there was an outbreak on the part of the Germans. Somewhat earlier Domitius, while still governing the districts along the Ister, had intercepted the Hermunduri, a tribe which for some reason or other had left their own land and were wandering about in quest of another, and he had settled them in a part of the Marcomannian territory; then he had crossed the Albis, meeting with no opposition, had made a friendly alliance with the barbarians on the further side, and had set up an altar to Augustus on the bank of the river. [3] Just now he had transferred his headquarters to the Rhine, and in his desire to secure the return of certain Cheruscan exiles through the efforts of other persons had met with a reverse and had caused the other barbarians likewise to conceive a contempt for the Romans. This was the extent, however, of his operations that year; for in view of the Parthian war which was impending no attention was paid to the Germans at this time. [4] Nevertheless, war did not break out with the Parthians, either. For Phrataces, hearing that Gaius was in Syria, acting as consul, and, furthermore, having suspicions regarding his own people, who had even before this been inclined to be disloyal to him, forestalled action on their part by coming to terms with the Romans, on condition that he himself should renounce Armenia and that his brothers should remain beyond the sea.
 
#5
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Res Gestae div. Aug. 32 = Mon. Anc. 32.
Quellentext
Ad me supplices confugerunt reges Parthorum Tiridates et postea Phrates regis Phratis Filius; Medorum Artavasdes, Adiabenorum Artaxeres, Britannorum Dumnobellaunus et Tincommius, Sugambrorum Maelo, marcomanorum Sueborum …rus. Ad me rex Parthorum Phrates Orodis filius filios suos nepotesque omnes misit in Italiam, non bello superatus, sed amicitiam nostram per liberorum suorum pignora petens. Plurimaeque aliae gentes expertae sunt p. R. fidem me principe, quibus antea cum poulo Romanonullum extiterat legationum et amicitiae commercium.
Übersetzungen
32. Zu mir nahmen bittflehend ihre Zuflucht die Partherkönige Tridates und später Phraates, der Sohn des Königs Phraates, die Fürsten der Meder Artavasdes und Artaxares von Adiabene, die der Britannier Dumnobellaunus und Tincommius, von den Sugambrern Maelo, und [...] rus von den suebischen Markomannen. Zu mir nach Italien sandte der Partherköisig Phraates, der Sohn des Orodes, alle seine Söhne und Enkel, nicht weil er im Krieg bezwungen war, sondern weil er mit seinen Kindern als Unterpfand unsere Freundschaft zu erlangen suchte. Auch sehr viele andere Völker haben, während ich der erste Mann des Staates war, die Bündnistreue des römischen Volkes erproben können, während sie vorher mit dem römischen Volk keinerlei Verbindung durch Gesandtschaften oder Freundschaftsverhältnisse gehabt hatten.
 
#6
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Suet. Aug. 43.4.
Quellentext
[4] Quodam autem muneris die Parthorum obsides tunc primum missos per mediam harenam ad spectaculum induxit superque se subsellio secundo collocavit.
Übersetzungen
He did however on the day of one of the shows make a display of the first Parthian hostages that had ever been sent to Rome, by leading them through the middle of the arena and placing them in the second row above his own seat.
 
#7
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Ios. ant. Iud. 18.39-52.
Quellentext
[39] Τελευτᾷ δὲ καὶ Φραάτης ὁ Παρθυαίων βασιλεὺς κατὰ τοῦτον τὸν χρόνον ἐπιβουλῆς αὐτῷ γενομένης ὑπὸ Φραατάκου τοῦ υἱέος κατὰ τοιαύτην αἰτίαν. [40] Φραάτης παίδων αὐτῷ γενομένων γνησίων Ἰταλικῆς παιδίσκης * ὄνομα αὐτῇ Θεσμοῦσα. ταύτῃ ὑπὸ Ἰουλίου Καίσαρος μετ᾽ ἄλλων δωρεῶν ἀπεσταλμένῃ τὸ μὲν πρῶτον παλλακίδι ἐχρῆτο, καταπλαγεὶς δὲ τῷ πολλῷ τῆς εὐμορφίας προϊόντος τοῦ χρόνου καὶ παιδὸς αὐτῇ τοῦ Φραατάκου γενομένου γαμετήν τε τὴν ἄνθρωπον ἀποφαίνεται καὶ τιμίαν ἦγεν. [41] ἐπὶ πᾶσιν οἷς εἴποι πιθανὴ τῷ βασιλεῖ γεγονυῖα καὶ σπεύδουσα τῷ παιδὶ τῷ αὐτῆς γενέσθαι τὴν Πάρθων ἡγεμονίαν ἑώρα μὴ ἄλλως γενησομένην μὴ ἀποσκευῆς αὐτῇ μηχανηθείσης τῶν γνησίων τοῦ Φραάτου παίδων. [42] πείθει οὖν αὐτὸν ἐκπέμπειν εἰς Ῥώμην ἐφ᾽ ὁμηρείᾳ τοὺς γνησίους παῖδας. καὶ οὗτοι μέν, οὐ γὰρ ἀντειπεῖν εὔπορον Φραάτῃ τοῖς Θεσμούσης ἐπιτάγμασιν, ἐπὶ τῆς Ῥώμης ἐξεπέμποντο. Φραατάκης δὲ μόνος ἐπὶ τοῖς πράγμασι τρεφόμενος δεινὸν ἡγεῖτο καὶ ἅμα χρόνιον τοῦ πατρὸς διδόντος τὴν ἀρχὴν λαμβάνειν, ὥστε ἐπεβούλευε τῷ πατρὶ συμπράξει τῆς μητρός, ᾗ δὴ καὶ συνιέναι λόγος εἶχεν αὐτόν. [43] καὶ δι᾽ ἀμφότερα μισηθεὶς οὐδὲν ἡσσόνως τῆς πατροκτονίας τὸ μῦσος τοῦ μητρὸς ἔρωτος τιθεμένων τῶν ὑπηκόων, στάσει περιελαθεὶς πρότερον ἢ φῦναι μέγας ἐξέπεσε τῶν πραγμάτων καὶ οὕτως θνήσκει. [44] συμφρονήσαντες δὲ οἱ γενναιότατοι Πάρθων, ὡς ἀβασιλεύτοις μὲν ἀμήχανον πολιτεύεσθαι, οἱ δὲ τοῦ βασιλεύοντος ἐκ τοῦ γένους τῶν Ἀρσακιδῶν, οὐ γὰρ ἑτέροις ἄρχειν νόμιμον, ἀπέχρη δὲ πολλάκις καὶ μέχρι νῦν περιυβρίσθαι τὴν βασιλείαν ἔκ τε γάμων τῆς Ἰταλικῆς παλλακίδος καὶ γενέσεων, Ὀρώδην ἐκάλουν πρεσβεύσαντες εἰς δάν, ἄλλως μὲν ἐπίφθονον τῷ πλήθει καὶ ὑπαίτιον καθ᾽ ὑπερβολὰς ὠμότητος, πάνυ γὰρ ἦν σκαιὸς καὶ δυσδιάθετος εἰς ὀργήν, ἕνα δὲ τῶν ἐκ τοῦ γένους. [45] τοῦτον μὲν δὴ συστάντες ἀποκτείνουσιν, ὡς μὲν ἔνιοί φασιν, ἐν σπονδαῖς καὶ τραπέζαις, μαχαιροφορεῖν γὰρ ἔθος ἅπασιν, ὡς δ᾽ ὁ πλείων κατέχει λόγος, εἰς θήραν προαγαγόντες. [46] πρεσβεύσαντες δὲ εἰς Ῥώμην ᾐτοῦντο βασιλέα τῶν ὁμηρευόντων, καὶ πέμπεται Βονώνης προκριθεὶς τῶν ἀδελφῶν: ἐδόκει γὰρ χωρεῖν τὴν τύχην, ἣν αὐτῷ δύο μέγισται τῶν ὑπὸ τὸν ἥλιον ἡγεμονίαι προσέφερον, ἰδία καὶ ἀλλοτρία. [47] ταχεῖα δ᾽ ἀνατροπὴ τοὺς βαρβάρους ὕπεισιν ἅτε καὶ φύσει σφαλεροὺς ὄντας πρός τε τὴν ἀναξιοπάθειαν, ἀνδραπόδῳ γὰρ ἀλλοτρίῳ ποιήσειν τὸ προστασσόμενον ἠξίουν, τὴν ὁμηρείαν ἀντὶ δουλείας ὀνομάζοντες, καὶ τῆς ἐπικλήσεως τὴν ἀδοξίαν: οὐ γὰρ ἂν πολέμου δικαίῳ δεδόσθαι τὸν βασιλεύσοντα Πάρθοις, ἀλλά, ὃ τῷ παντὶ χεῖρον, εἰρήνης ὕβρει. [48] παραχρῆμα δ᾽ ἐκάλουν Ἀρτάβανον Μηδίας βασιλεύοντα γένος Ἀρσακίδην: πείθεται δ᾽ Ἀρτάβανος καὶ μετὰ στρατιᾶς ἔπεισιν. ὑπαντιάζει δ᾽ αὐτῷ Βονώνης: καὶ τὸ μὲν πρῶτον συμφρονήσαντος αὐτῷ τοῦ πλήθους τῶν Πάρθων παραταξάμενος νικᾷ, καὶ φεύγει πρὸς τοὺς ὅρους τῆς Μηδίας Ἀρτάβανος. [49] μετ᾽ οὐ πολὺ δὲ συναγαγὼν συμβάλλει τε Βονώνῃ καὶ νικᾷ, καὶ Βονώνης εἰς Σελεύκειαν ἀφιππάζεται σὺν ὀλίγοις τοῖς περὶ αὐτόν. Ἀρτάβανος δὲ πολὺν τῇ τροπῇ φόνον ἐργασάμενος ὑπὲρ ἐκπλήξεως τῶν βαρβάρων πρὸς Κτησιφῶντα μετὰ τοῦ πλήθους ἀναχωρεῖ. [50] κἀκεῖνος μὲν ἐβασίλευεν ἤδη Πάρθοις, Βονώνης δ᾽ εἰς Ἀρμενίαν διαπίπτει, καὶ κατ᾽ ἀρχὰς μὲν ἐφίετο τῆς χώρας καὶ πρὸς Ῥωμαίους ἐπρέσβευεν. [51] ὡς δ᾽ αὐτῷ Τιβέριος μὲν ἀπεῖπεν πρός τε τὴν ἀνανδρίαν καὶ τοῦ Πάρθου τὰς ἀπειλάς, ἀναπρεσβεύει γὰρ δὴ πόλεμον ἀνατεινόμενος, μηχανὴ δ᾽ ἦν ἑτέρας βασιλείας οὐδεμία, καὶ γὰρ οἱ περὶ Νιφάτην δυνατοὶ τῶν Ἀρμενίων Ἀρταβάνῳ προστίθενται, [52] παραδίδωσιν αὑτὸν Σιλανῷ τῷ τῆς Συρίας στρατηγῷ. κἀκεῖνος μὲν κατὰ αἰδῶ τῆς ἐν Ῥώμῃ κομιδῆς ἐν Συρίᾳ παρεφυλάσσετο: τὴν δὲ Ἀρμενίαν Ὀρώδῃ δίδωσιν Ἀρτάβανος ἑνὶ τῶν ἑαυτοῦ παίδων.

Übersetzungen
[41-42] When she reached the point where the king concurred in anything that she proposed, she, eager to pocure for her son the rule over the Parthians but realizing that this could happen only if she could first contrive to get rid of the legitimate children of Phraates, persuaded him to send his legitimate children away to Rome as hostages.

[47] When they sent envoys to Rome and asked release of one of the hostages as their king, Vonones was chosen in preference to his brothers and was sent.
 
#8
Quellenangabe
Strab. geogr. 6.4.2.C288.
Quellentext
Παρθυαῖοι δὲ ὅμοροί τε ὄντες καὶ μέγιστον δυνάμενοι τοσοῦτον ὅμως ἐνέδοσαν πρὸς τὴν Ῥωμαίων καὶ τῶν καθ᾽ ἡμᾶς ἡγεμόνων ὑπεροχὴν ὥστ᾽ οὐ μόνον τὰ τρόπαια ἔπεμψαν εἰς Ῥώμην ἃ κατὰ Ῥωμαίων ἀνέστησάν ποτε, ἀλλὰ καὶ παῖδας ἐπίστευσε Φραάτης τῷ Σεβαστῷ Καίσαρι καὶ παίδων παῖδας ἐξομηρευσάμενος θεραπευτικῶς τὴν φιλίαν: οἱ δὲ νῦν μετίασιν ἐνθένδε πολλάκις τὸν βασιλεύσοντα, καὶ σχεδόν τι πλησίον εἰσὶ τοῦ ἐπὶ Ῥωμαίοις ποιῆσαι τὴν σύμπασαν ἐξουσίαν.
Übersetzungen
Und die Parther, die an sie grenzen und sehr mächtig sind, haben trotzdem angesichts der Übermacht der Römer und ihrer derzeitigen Herrscher soweit nachgegeben dass sie nicht nur die Siegeszeichen nach Rom geschickt haben die sie einst nach ihrem Sieg über die Römer aufgestellt hatten, sondern Phraates hat auch seine Kinder und Kindeskinder dem Caesar Augustus anvertraut, indem er durch Geiseln liebedienerisch um seine Freundschaft warb; [...].
(Stefan Radt)
 
#9
Quellenangabe
Strab. geogr. 16.1.28.C749.
Quellentext
ὁ δ᾽ ἐκεῖνον διαδεξάμενος Φραάτης τοσοῦτον ἐσπούδασε περὶ τὴν φιλίαν τὴν πρὸς Καίσαρα τὸν Σεβαστὸν ὥστε καὶ τὰ τρόπαια ἔπεμψεν ἃ κατὰ Ῥωμαίων ἀνέστησαν Παρθυαῖοι, καὶ καλέσας εἰς σύλλογον Τίτιον τὸν ἐπιστατοῦντα τότε τῆς Συρίας, τέτταρας παῖδας γνησίους [p. 1044] ἐνεχείρισεν ὅμηρα αὐτῷ, Σερασπαδάνην καὶ Ῥωδάσπην καὶ Φραάτην καὶ Βονώνην, καὶ γυναῖκας τούτων δύο καὶ υἱεῖς τέτταρας, δεδιὼς τὰς στάσεις καὶ τοὺς ἐπιτιθεμένους αὐτῷ: ᾔδει γὰρ μηδένα ἰσχύσοντα καθ᾽ ἑαυτόν, ἂν μή τινα ἐπιλάβῃ τοῦ Ἀρσακίου γένους διὰ τὸ εἶναι σφόδρα φιλαρσάκας τοὺς Παρθυαίους: ἐκποδὼν οὖν ἐποίησε τοὺς παῖδας, ἀφελέσθαι ζητῶν τὴν ἐλπίδα ταύτην τοὺς κακουργοῦντας. τῶν μὲν οὖν παίδων ὅσοι περίεισιν ἐν Ῥώμῃ δημοσίᾳ βασιλικῶς τημελοῦνται: καὶ οἱ λοιποὶ δὲ βασιλεῖς πρεσβευόμενοι καὶ εἰς συλλόγους ἀφικνούμενοι διατετελέκασιν.
Übersetzungen
Und dessen Nachfolger Phraates war so sehr um die Freundschaft mit Caesar Augustus bemüht dass er nicht nur die Trophäen zurückschickte die die Parther zum Zeichen ihres Sieges über die Römer aufgestellt hatten, sondern auch Titius, den damaligen Statthalter Syriens, zu einer Unterredung einlud und ihm seine vier echten Söhne, Seraspadanes, Rhodaspes, Phraates und Vonones, sowie deren zwei Frauen und vier Söhne als Geiseln übergab, aus Furcht vor den Angriffen seiner politischen Gegner: wusste er doch dass keiner etwas gegen ihn vermögen würde wenn er nicht jemanden vom Arsakischen Geschlecht für sich gewönne, da die Parther sehr große Arsakerfreunde sind, und so entfernte er seine Söhne um den Übelwollenden diese Hoffnung zu nehmen. Alle Söhne die noch am Leben sind bekommen in Rom auf Staatskosten eine königliche Verpflegung; und auch die übrigen Könige haben immer weiter Gesandtschaften geschickt und sich zu Unterredungen eingefunden.
(Stefan Radt)


And, having called Titius to a conference, who was at that time praefect of Syria, he put in his hands as hostages four of his legitimate sons, Seraspadanes and Rhodaspes and Phraates and Bonones, and two wives and four sons of these, for fear of seditions and attempts upon his life; for he knew that no person could prevail against him unless that person supported some member of the house of Arsaces, because of the fact that the Parthians were extremely fond of thehouse. Accordingly, he got rid of his children, seeking thus to deprive evil-doers of that hope. Now all his surviving children are cared for in royal style, at public expense, in Rome, and the remaining kings have also continued to send ambassadors and to go into conferences.
 
#10
Quellenangabe
Suet. Aug. 21.3.
Quellentext
[3] […] Parthi quoque et Armeniam vindicanti facile cesserunt et signa militaria, quae M. Crasso et M. Antonio ademerant, reposcenti reddiderunt obsidesque insuper optulerunt, denique pluribus quondam de regno concertantibus, non nisi ab ipso electum probaverunt.
Übersetzungen
The Parthians, too, readily yielded to him, when he laid claim to Armenia, and at his demand surrendered the standards which they had taken from Marcus Crassus and Marcus Antonius; they offered him hostages besides, and once when there were several claimants of their throne, they would accept only the one whom he selected.
Literatur (Auswahl)
Walker, Hostages, Cas-Nr. 253.
Dabrowa, Edward; Les premiers “otages” parthes à Rome, in: Folia Orientalia 24, 1987, S. 65-71.
Ziegler, Die Beziehungen zwischen Rom und dem Partherreich, S. 45-56.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Imperator Caesar Divi filius Augustus
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Rom
Dynastie
julisch-claudische Dynastie
 
#2
Name, Titel/Rang
Partherkönig Phraates IV
Rolle
Vertragspartner
Zugehörigkeit
Partherreich
Dynastie
Parther
Religiöse Konstellation
(Keine Auswahl)
Art der Übereinkunft
Friedensvertrag
Geltungsbereich
Partherreich
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
Nein
Anzahl der Geiseln
10
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Name, Titel
Seraspadanes, Sohn des Partherkönigs Phraates IV. (in: Strab. geogr. 16.1.28C749.)
Zugehörigkeit
Partherreich
Geschlecht
männlich
 
#2
Name, Titel
2 Ehefrauen der Söhne
Geschlecht
weiblich
 
#3
Name, Titel
4 Enkelkinder des Königs
Geschlecht
(Keine Auswahl)
 
#4
Name, Titel
Rhodaspes, Sohn des Partherkönigs Phraates IV. (in: Strab. geogr. 16.1.28C749.)
Zugehörigkeit
Partherreich
Geschlecht
männlich
 
#5
Name, Titel
Phraates, Sohn des Partherkönigs Phraates IV. (in: Strab. geogr. 16.1.28C749.)
Zugehörigkeit
Partherreich
Geschlecht
männlich
 
#6
Name, Titel
Vonones, Sohn des Partherkönigs Phraates IV. (in: Strab. geogr. 16.1.28C749.)
Zugehörigkeit
Partherreich
Geschlecht
männlich
Antritt der Vergeiselung
ja
Aufenthaltsort der Geiseln
Aufenthalt am Hofe des Augustus
Unterbringung/Verwahrung
standesgemäß
Schicksal der Geiseln
Terminus