Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
1552 Vertrag von Chambord
Name
1552 Vertrag von Chambord
Datum/Zeitangabe
15.01.1552
Inhalt/Kommentar
Nach der Schlacht bei Mühlberg (1547) wich Moritz v. Sachsen von seinem pro-kaiserlichen Kurs, der ihm u. a. die Kurwürde eingebracht hatte, ab und suchte das Bündnis mit weiteren protestantischen Fürsten. Diese Fürstenopposition bemühte sich gemeinsam, Frankreichs Unterstützung gegen den Kaiser zu gewinnen.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Druffel, August von (Hg.): Beiträge zur Rechtsgeschichte 1546-1552. (Briefe und Akten zur Geschichte des sechzehnten Jahrhunderts mit besonderer Rücksicht auf Bayerns Fürstenhaus, Bd. 3.) München 1882, 340-350
Quellentext
„Insonderheit haben wir uns auch dessen verglichen, do herzog Johann Fridrichs des eltern zu Saxen söhne nit mit zu diesem gemeinen werk ze pringen weren, das wir doch von inen zu grund ein erclerung und vergewissigung haben und erlangen wöllen, die sie verbriefen, versieglen, durch ire landschaft bestetten, und dessen auch geiseln geben söllen, das sie ganz und gar wider uns samptlich oder sonderlich nicht sein, handlen oder thun wöllen, in keinerlei weise, es geriett gleich die sach uf wilchen weg sie wölte, und im fahl da sie das nit thun wollten oder wurden, gnugsam versichern und vergwissigen, so wollen wir sie auch vor veind erkennen, achten und halten, und wider sie veindlich handlen.“ [von Druffel, 343] „Als auch, umb merer ansehens willen, bedacht worden, auf beider seits geisel von fürstlichen personen zu geben, damit zu sehen, was ein theil dem andern zusagt, das dem selben gelebt werden solt, so wollen wir dem konig zu geiseln geben die hochgeporne fursten, hern Christophern und hern Carlen, herzoge zu Meckelnburg, und hern Ludwigen oder hern Philipssen, den jungern landgraven zu Hessenetc.; die wollen wir gein Basel inwendig des fünf und zwenzigsten Februarij künftig schicken, auf den tag, wilchen uns der konig benennen wirdet; dargegen soll und will alspald der konig uns seiner M. geisel daselbst, nemlichen den hern von Gaimes, und hern Philipssen Wild- und Reingraven, so des konigs ordens sein, oder andere von gleicher dignitet, und das geld auff die ersten drei monat, nemlich die vorgeschreibne zweimal hundert tausend kronen und vierzig tausend gold kronen gold cronen [s] liffern, wilchs geld und geisel man daselbst entpfangen, und furtter bis gein Ziegenhain in beste verwarung pringen soll. Damit’s auch ein gewisse masse habe, wie lange die geisel auf beiden seiten gehalten werden solllen, so ist dis entlich abgeredt: sopald mit dem gegentheil fried gemacht, und unser kriegsvolk aus dem veld wider abgezogen ist, so sollen auch die geisel wider absein, und ein jder an sein sicher gewarsam widergeantwortet werden.“ [von Druffel, 345/346] „ein freuntliche verein von unserntwegen aufzurichten, so haben wir den inhalt dieser pundnus verstanden, uns denselben woll gefallen und wöllen daruf alles dasjenig, so hirin begriffen ist, - es gehe gleich an das geld, so wir monatlich oder uf einmal erlegen sollen, gebung der geisel, anstand oder friden mit den veinden ze machen, angriff auf den keiser ze thun, oder wie solchs namen hat, und hierin bemeltet ist – ratificirt, beliebt, und angenomen haben, auch solchs, so vil uns belangt, alles konniglich halten und erfullen, wie wir dan des zu zeugnus unser konniglich secret auch hiruff getruckt, uns mit eigener hand underschrieben, und daruf einen leiplichen aid, in beisein des hochgepornnen fursten unsers lieben oheims hern Albrechts marggraven zu Brandenburg etc. geschworen haben.“ [von Druffel, 348]
Quellenart
Vertrag/Abkommen
 
#2
Quellenangabe
Dumont, Jean: Corps universel diplomatique du droit des gens, contenant un recueil des traités de paix, d'alliance &c. faits en Europe, depuis Charlemagne jusqu'à présent. Amsterdam 1729-1731, 8 Bde. (hier Bd. IV, Teil III), S. 31-33.
Quellentext
„Singulierement nous sommes accordez, que en cas que les Enfans de Jean Frideric, le vieil Duc de Saxe, voudroient entrer en cette commune entreprise, nous aurons une asseûrance par écrit, scellée & confirmée par leur Pais, dont ils bailleront aussi Otages, contenant qu’ils n’entreprendront rien à l’encontre de nous, communément, ni en particulier, en quelque maniere que ce soit, & au cas qu’ils seront de ce faire refusans, nous les traiterons & aussi estimerons comme nos Ennemis,& procederons contre eux comme Ennemis.“
Hyperlink zur Quelle
http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k12634382/f37 (Stand 04.05.2017)
Literatur (Auswahl)
Babel, Rainer: Deutschland und Frankreich im Zeichen der habsburgischen Universalmonarchie, 1500–1648. (WBG Deutsch-Französische Geschichte, Bd. 3.) Darmstadt 2005, besonders S. 43–51.
Weber, Hermann: Le traité de Chambord (1552). In: Charles-Quint, le Rhin et la France. Droit savant et droit pénal à l’époque de Charles-Quint. Actes des journées d’études de Strasbourg (2–3 mars 1973). Istra, Straßburg 1973, (Publications de la Société savante d’Alsace et des régions de l’est – Collection „Recherches et documents“ 17, ZDB-ID 416540-8), S. 81–94.
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Heinrich II. (1519-1559), König von Frankreich
Rolle
Vertragspartner
Dynastie
Valois
 
#2
Name, Titel/Rang
Moritz von Sachsen (1521-1553), Kurfürst des Heiligen Römischen Reiches
Rolle
Vertragspartner
Dynastie
Wettiner
 
#3
Rolle
Vertragspartner
Religiöse Konstellation
innerchristlich
Art der Übereinkunft
Bündnis
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
(Keine Auswahl)
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
(Keine Auswahl)
Schicksal der Geiseln
Terminus