Geiselstellungen von der Antike bis zur Neuzeit

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Name
 
1014 Geiselstellung an Boleslaw Chrobry durch Heinrich II.
Name
1014 Geiselstellung an Boleslaw Chrobry durch Heinrich II.
Vorausgegangener Konflikt
Auseinandersetzungen um Gebiete in der Mark Meißen
Datum/Zeitangabe
14. April 1014
Inhalt/Kommentar
Nach dem Tod Ottos III. im Jahre im Jahre 1002 verschlechterten sich die Beziehungen zwischen dem neuen Reichsoberhaupt Heinrich II. und dem Herzog von Polen, Boleslaw Chrobry (der Tapfere), zusehends. Ihren Tiefpunkt erreichten sie durch die verweigerte Truppenstellung seitens des Herzogs für den Romzug des Königs. Der Konflikt zwischen beiden brach letztlich durch den Versuch Mieskos, den Sohn Herzog Boleslaws, aus, im Auftrage seines Vaters mit dem Böhmenherzog Udalrich ein Bündnis gegen den Kaiser zu schließen.
Im Rahmen der Verhandlungen um die Befreiung seines Sohnes einigte Chrobry mit dem Ottonen auf ein Treffen im Rahmen des Merseburger Fürstentages. Nachdem bezüglich seiner sicheren Rückkehr Geiseln im polnischen Lager verblieben, schwor der Herzog unter Vermittlung seines Sohnes Mieszko Heinrich II. den Treueeid.
Quellenangabe
 
#1
Quellenangabe
Thietmar von Merseburg, Chronik VI,91
Quellentext
In cuius vigilia Bolizlavus cum securitate obsidum apud se relictorum venit et optime suscipitur. In die sancto manibus applicatis miles efficitur et post sacramenta regi ad aecclesiam ornato incedenti armiger habetur. In II.e feria regem magnis muneribus a se et a contectali sua oblatis placavit deindeque regia largitate his meliora ac multa maiora cum benefitio diu desiderato suscepit et obsides suos cum honore et laeticia remisit.
Übersetzungen
Am. hl. Festtage selbst wurde er durch Handfaltung Vasall, und nach der Eidesleistung diente er dem Könige, während er unter der Krone zur Kirche schritt, als Schwertträger. Am Montag versöhnte er den König durch Überreichung großer Geschenke von sich und seiner Gemahlin; dann erhielt er aus königlicher Milde noch viel bessere und größere Gegengaben sowie das lange ersehnte Lehen und entließ seine Geiseln ehrenvoll und freundlich.
(Thietmar von Merseburg: Chronik, neu übertr. und erl. von Werner Trillmich. 9., bibliogr. aktualisierte Aufl. mit einem Nachtr. und einer Bibliogr. von Steffen Patzold. Darmstadt 2011, S. 338-341.)
Quellenart
Chronik
Akteur
 
#1
Name, Titel/Rang
Heinrich II. (973/978-1024), König
Rolle
Vertragspartner
Dynastie
Ottone
 
#2
Name, Titel/Rang
Boleslaw I. Chrobry (965/967-1025)
Rolle
Vertragspartner
Religiöse Konstellation
innerchristlich
Art der Übereinkunft
Unterwerfung
Akte symbolischer Kommunikation
Handgang, Festkrönung, Übergabe von Geschenken, Ausüben des Amtes des Schwertträgers
Weitere Sicherheitsinstrumente
Befristung
Nein
Personenangaben zu den Geiseln
 
#1
Geschlecht
(Keine Auswahl)
Antritt der Vergeiselung
ja
Schicksal der Geiseln
Terminus
Semantisches Feld 'Sicherheit'
securitas